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10 Fakten über mich und Hunde

Die Seite ist noch neu, und deshalb habe ich mich für einen Auftaktbeitrag entschieden. Was eignet sich dazu besser, als ein wenig von mir zu erzählen? Ich habe mir dazu einige Themen rund um die Hundehaltung herausgepickt. Du erfährst gleich, wie ich u. a. zu den Themen Erziehung, Ernährung und Beschäftigung stehe. Los geht’s, worauf warten wir?

1. Ich bin kein Rudelführer

Der Hund darf nie zuerst durch die Tür gehen.
Der Hund sollte nicht auf erhöhten Plätzen liegen, sonst wird er dominant.
Hunde gehen auch nicht zimperlich miteinander um.
Du musst der Rudelführer sein.

Wer hat nicht mindestens einen dieser Sätze schon einmal gehört, wenn es um das Zusammenleben mit Hunden geht. Obwohl diese und ähnliche Aussagen Schnee von gestern sind, halten sie sich hartnäckig in der Hundeszene und werden auch heute noch vielfach gelebt – leider!

Hund und Mensch Leben in einer starren Hierarchie, bei der der Hund zum Befehlsempfänger degradiert wird. Der Hundehalter glaubt, er sei das Alphatier und nutzt diesen Glauben als Freifahrtschein für eine Erziehung, die auf Druck und Strafe aufgebaut ist.

rudelbild

 

Ich muss es jetzt mal ganz deutlich sagen: Dieses Rangordnungs-Gedöns geht mir sowas von gegen den Strich! Wir sprechen hier immerhin von Lebewesen, die denken und fühlen, die Angst und Schmerz empfinden. Die Hundetrainer und Autoren Rolf C. und Madeleine Franck vergleichen in ihren Büchern die Rolle des Hundehalters mit der Rollen von Eltern, und diesen Vergleich finde ich auch sehr treffend. Guten Eltern unterdrücken nicht. Gute Eltern zwingen auch nicht. Sie kommunizieren, sie kümmern sich und übernehmen Verantwortung.

Ich sehe mich und meine Hunde als ein Team. Wir arbeiten miteinander, nicht ich gegen die Hunde! Ich gehe freundlich mit ihnen um und mein Training ist so gestaltet, dass sie Spaß am Lernen und viele Erfolgserlebnisse haben. Damit fühle ich mich wohl und meine Hunde tun es auch.

2. Erziehung durch positive Verstärkung

Der Hund zeigt von mir gewünschtes Verhalten und wird dafür belohnt. Das ist – ganz grob angerissen – das Prinzip der positiven Verstärkung. Lohnt sich das Verhalten für den Hund, wird er es öfter und gerne zeigen. Ganz nebenbei hat er dann auch noch Spaß beim Lernen.

Nun bin ich aber schon häufiger gefragt worden, was ich denn mache, wenn der Hund etwas tut, was er nicht darf oder eine Übung falsch ausführt. Am besten ist, es gar nicht erst soweit kommen zu lassen. Dazu ein Beispiel: Dein Hund rennt gern mal auf andere zu und springt sie an. Damit er erst gar keine Gelegenheit dazu bekommt, rufst du ihn heran, sobald euch jemand entgegen kommt und derjenige noch weit genug weg ist. Du lässt deinen Hund bei dir sitzen. Ein Hund der sitzt kann nicht gleichzeitig springen. Für das ruhige Sitzen wird er dann gelobt oder bekommt eine Belohnung. Der Hund lernt so, dass es viel lohnenswerter ist, bei Frauchen oder Herrchen zu bleiben, als auf den Passanten loszustürmen. Warum also erst warten, bis der Hund einen Fehler macht und ihn dann bestrafen? Ich finde das unfair! Es geht auch anders. 

Sitzende Hunde springen nicht!

Sitzende Hunde springen nicht!

Sicher kommt es im Alltag immer mal vor, dass wir nicht rechtzeitig reagieren und der Hund doch mal etwas tut, was er nicht darf. Ich hole meinen Hund dann schnell aus der Situation heraus und verbuche das Ganze unter der Kategorie Dumm gelaufen. Beim nächsten Mal passt Frauchen eben besser auf.

3. Fertigfutter? – eher nicht

Ja, es ist so schön bequem: Tüte oder Dose aufreißen, Futter in den Napf, hinstellen, fertig! Als Rica noch neu bei uns war, haben wir auch das herkömmliche Fertigfutter aus dem Zoogeschäft unseres Vertrauens gekauft. Unserem Hund hat es nicht besonders geschmeckt. Wir waren daher der Ansicht, dass wir einen Hund haben, der auf Futter keinen besonderen Wert legt. Doch eines Tages bekam sie Probleme mit der Verdauung und wir mussten mit ihr zur Tierärztin. Diese riet uns, Rica Reis und Putenfleisch zu geben, wenn es ihr wieder etwas besser geht. Das taten wir dann auch und siehe da: Rica fraß mit Appetit und in einem Tempo, das ich nicht von ihr gewohnt war.

Als es ihr wieder besser ging, kehrten wir jedoch zum normalen Futter zurück. Mit dem Thema Kochen für den Hund wollte ich mich nicht so recht anfreunden. Ricas Appetit hielt sich nun wieder in Grenzen. Ich begann zu recherchieren und unterhielt mich auch mit anderen Hundehaltern über dieses Thema. Das Wort BARF ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Schließlich besorgte ich mir ein Buch und stelle Ricas Ernährung komplett um. Die Folgen waren schnell sichtbar und spürbar: viel schöneres Fell, kaum Hundegeruch, aber vor allem ein Hund, der sein Futter gern frisst.
Trockenfutter gibt es nur noch unterwegs. Ich habe mich für ein Produkt entschieden, von dem ich glaube, dass es eines der besseren Trockenfutter ist.

4. Tierschutzhund statt Hund vom Züchter

Die Tierheime sind voll. In anderen Ländern werden Hunde massenweise gequält und getötet. Es gibt zu viele Hunde. Trotzdem werden immer wieder neue gezüchtet, weil die Nachfrage nach Welpen und nach Rassehunden es hergibt.
Für mich steht fest, dass ich immer Hunde haben möchte, solange ich fit genug bin um für sie zu sorgen. Aber ich werde mir niemals einen Hund vom Züchter holen. Es gibt so viele Hunde weltweit, die ein besseres Leben verdient hätten. Wenigstens einem dieser Hunde zu helfen, gibt mir ein gutes Gefühl. Unser Bobby ist aus Rumänien und ihn aufzunehmen war eine der besten Entscheidungen, die wir in den letzten Jahren getroffen haben. Bobby war ca. sechs Jahre alt, als er bei uns einzog. Er ist trotz seines fortgeschrittenen Alters fit und gesund. Er lernt genauso schnell und gern wie ein Junghund. Es muss also nicht immer ein Welpe sein. Über meine Erfahrungen mit einem älteren Hund werde ich bei Gelegenheit noch berichten.

tierspruch5. Die Rasse ist nicht wichtig

Es gibt hier einige Leute in unserer Gegend, die sich etwas darauf einbilden, dass ihr Hund einer bestimmten Rasse angehört. Der Rassehund als Statussymbol – darüber kann ich ehrlich gesagt nur den Kopf schütteln. Warum soll ein reinrassiger Deutscher Schäferhund mehr Wert sein als ein Mischling (von der Straße)? Wichtig ist, dass Mensch und Hund zusammenpassen und eine gute Beziehung zueinander aufbauen, nicht welcher Rasse der Hund angehört und ob er einen Stammbaum hat.

6. Beschäftigung in Maßen

Das Angebot an Beschäftigungsmöglichkeiten mit Hunden ist in den letzten Jahren immer größer geworden. Montag Vorbereitung auf die Begleithundeprüfung, Dienstag Agillity, Mittwoch Dogdance, Donnerstag Trickrtraining, Freitag Mantrailing… – ok, das war jetzt vielleicht ein bisschen übertrieben, aber von so manchem Hund unterscheidet sich der Stundenplan nicht wesentlich von dem eines Schülers.
Beschäftigung mit dem Hund ist gut und muss sein. Doch man sollte es damit auch nicht übertreiben, denn zu viel Action kann Hunde überfordern. Wie in vielen Bereichen halte ich auch hier ein gesundes Mittelmaß für das Beste. Sehr wichtig ist vor allem, dass der Hund immer wieder Ruhephasen bekommt, denn etwa zwei drittel des Tages verbringen die Hunde mit Schlafen – und das sollte man ihnen auch gönnen.

7. Keine unnötige Chemie

Leider kommt es immer wieder vor, dass Hunde ungebetene Gäste beherbergen. Zecken sind wirklich eklig und auch nicht ungefährlich. Das weiß auch die Pharmaindustrie und bietet diverse Mittelchen zur Vorbeugung gegen Zecken- und Flohbefall an. Doch diese Präparate haben einige Nachteile: Erstens bieten sie keinen hundertprozentigen Schutz und zweitens pumpen sie den Hundekörper mit Chemie voll. Allergien gegen Antifloh- und Zeckenmittel sind keine Seltenheit.
Doch was tun gegen die kleinen Plagegeister? Meine Wunderwaffe im Kampf gegen Zecken ist Kokosöl. Rica und Bobby bekommen einmal täglich eine Messerspitze davon ins Futter, und zwar das ganze Jahr über. Wir haben es in diesem Jahr erstmalig ausprobiert. Das Ergebnis: Rica hatte insgesamt vier Zecken, Bobby keine einzige! Ich habe nicht ein einziges Mal ein Spot-on-Präparat verwendet. Ich finde, damit kann man sehr zufrieden sein.
Wahrscheinlich ist es aber nicht allein dem Kokosöl zu verdanken, dass wir von Zecken weitgehend verschont geblieben sind. Eine gesunde Ernährung des Hundes spielt hier auch eine wichtige Rolle. Wie weiter oben schon erwähnt, bekommen Rica und Bobby frisches Fleisch und frisches Gemüse.

8. Halsband und Geschirr

Über dieses Thema wurde schon viel diskutiert und gestritten. Bei mir gibt es nicht entweder oder, sondern sowohl als auch. Insbesondere bei längeren Spaziergängen oder wenn wir mit der Schleppleine arbeiten, legen wir unseren Hunden ein Brustgeschirr an. Das Halsband tragen sie immer, auch drinnen. Wenn wir eben nur eine kurze Runde um den Block machen wollen, ist das Halsband die praktischere Lösung. Ich finde es jedenfalls sinnvoll, wenn ein Hund an beides gewöhnt wird.

9. Hunde und Angst

Das Thema Angst war und ist für uns immer wieder mal präsent. Rica war in den ersten Wochen bei uns sehr ängstlich. Bei Bobby gibt es nach wie vor immer wieder Situationen, die ihm Angst machen oder ihn überfordern. Weit verbreitet ist die Aussage, man dürfe seinen Hund nicht streicheln oder beruhigen, wenn er Angst hat, weil sich die Angst dadurch verstärken würde. Ich konnte und wollte das immer nicht glauben. Ich habe schließlich mehrere Artikel gefunden, die diese Auffassung widerlegen. Hier und hier ist das Thema sehr gut dargestellt.
Meine Hunde dürfen zu mir kommen, wenn sie sich vor etwas fürchten. Zu mir kommen ist immer richtig, in allen Lebenslagen! Bobby z. B. möchte bei mir in den Arm, wenn er Angst hat, und ich kümmere mich dann auch um ihn. Ich kann dann spüren wie er langsam ruhiger wird. Das wiederum bestätigt mich, dass ich mit meiner Sicht auf das Thema nicht ganz falsch liegen kann.

10. Hunde sollten allein bleiben können

Hunde sitzen angebunden vor Geschäften, Behörden oder anderen öffentlichen Gebäuden, wo sie nicht hinein dürfen.
Nicht selten machen sich die Hunde durch Bellen und Jaulen bemerkbar, sobald ihr Mensch im Gebäude verschwunden ist. Es bedeutet Stress für die Hunde. Besonders in Großstädten hört man immer wieder, dass Hunde vor Geschäften gestohlen werden. Doch müssen Hunde wirklich überall mit hin? Ich finde, sie sind besser Zuhause aufgehoben, wenn der Mensch Besorgungen machen geht. Deshalb ist es meiner Meinung nach umso wichtiger, den Hund von Anfang an daran zu gewöhnen, dass er auch mal allein bleiben kann. Man kommt immer wider in Situationen, wo man den Hund nicht mitnehmen kann. Zuhause hat er keinen Stress und kann während der Abwesenheit seines Menschen ungestört schlafen.

Jetzt bist du dran

1695 Wörter bis hierhin, das ist schon eine ganz ordentliche Hausnummer. Du weißt nun, wie ich in bestimmten Fragen der Hundehaltung ticke. Aber was denkst du? Wie stehst du zu den verschiedenen Themen? Verrate es mir gern in einem Kommentar.

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