Wertvolle Hilfe im Alltag: Das Signal „Stups“

Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie froh ich bin, dass Ich nach einer gefühlten Ewigkeit des Ausprobierens das Training über positive Verstär­kung und Markersignale für mich und meine Hunde entdeckt habe. Lange war mir nicht bewusst, welche fantastischen Möglichkeiten uns Hundehaltern damit offen stehen. Eine davon möchte ich dir heute vorstellen.

Das Signal Stups

Von dem Hand-Target oder auch Hand-Touch hast du bestimmt schon gehört. Aber weißt du auch, was du damit alles machen kannst?

Gemeint ist damit, dass der Hund mit der Nase deine Handfläche berührt, diese also anstupst. Das Geniale dabei ist, dass du diese Übung sehr schnell auf­bauen kannst. Hat dein Hund erst mal verstanden, worum es geht, ist das Signal „Stups“ eine wertvolle Hilfe, die du in verschiedenen Alltagssituationen einsetzen kannst.

Aufbau des Hand-Targets

1. Dein Hund ist bei dir. Du hältst ihm deine Handfläche hin. Wahrscheinlich wird er neugierig auf die Hand zukommen. Es Könnte ja etwas Gutes darin sein. 🙂 Sobald die Nase des Hundes deine Handfläche berührt, gibt es eine Belohnung aus der anderen Hand. Ich empfehle dir, bei dieser Übung mit dem Clicker zu arbeiten, denn präzises Timing ist hier enorm wichtig. Mit dem Clicker kannst du genau den richtigen Zeitpunkt einfangen.

2. Hat dein Hund verstanden, worum es geht, kannst du die Situation ein wenig verän­dern. Bewege deine Hand in verschiedene Richtungen. Ent­ferne dich einige Schritte. Dein Hund sollte von sich aus immer wieder Zu deiner Hand hinlaufen und sie anstupsen. Vergiss nicht, die Übung an verschiedenen Orten und unter Ablenkung durchzuführen.

3 Wenn alles gut klappt und dein Hund das neue Verhalten zuverlässig zeigt, kannst du ein Wortsignal dafür einführen. Bei uns heißt der Hand-Target „Stups“. Natürlich kannst du aber auch jedes andere Wort nehmen, das du dafür passend findest.

Stolpersteine

Wenn du einen kleinen oder unsiche­ren Hund hast, kann es sein, dass er die Hand in der Nähe seines Gesichts als unangenehm empfindet. Du erkennst es daran, dass dein Hund sich abwendet, sich über die Lippen leckt, sich kratzt oder ähnliches. Sollte das bei euch der Fall sein, empfehle ich dir, deinen Hund nicht an die gesamte Handfläche, sondern zunächst nur an einen oder zwei Finger stupsen zu lassen. Du kannst später, wenn der Hund die Übung verstanden hat, immer noch auf die gesamte Handfläche umsteigen.

Es kommt vor, dass der Hund nicht mit der Nase, sondern mit der Schnauze an die Handfläche stupst oder anstatt zu stupsen die Hand ableckt. Falls das passiert, verändere dein Timing. Belohne sofort, wenn die Nase an der Handfläche ist. So wird der Hund mit der Zeit herausfinden, dass ihm nur die Berührung mit der Nase etwas bringt.

… und so kennst du den Hand-Target im Alltag einsetzen:

Hand-TargetUmorientierung

Es gibt immer wieder Situationen, in denen Sich dein Hund zu dir umorientieren soll.
Euch kommt ein anderes Mensch-Hund-Team entgegen. Der andere Vierbeiner Wird beim Anblick deines Hundes unruhig. Dein Hund wird auf­merksam und schaut in die Richtung des anderen. Jetzt ist der nichtige Zeitpunkt, die Aufmerksamkeit deines Hundes auf dich zu lenken. Nenne ihn bei seinem Namen, gib ihm das Signal für den den Hand-Target. Lass ihn anschließend am Wegesrand
„Sitz“ machen. Der andere Hundehalter kann an euch vorbeigehen. Lobe und/oder belohne deinen Hund, wenn er sich ruhig verhält.

Die Hundebegegnung an der Leine ist nur ein Beispiel. Du kannst den Hand-Target immer einsetzen, wenn dein Hund dir gegenüber Aufmerksamkeit zeigen soll. Auf diese Weise kannst du ihn auch von unerwünschtem Verhalten abhalten und kommst gar nicht erst in die Situation, dass du deinen Hund bestrafen musst.

Beim Training der Leinenführgkeit

Ist der Hand-Target gut auf­gebaut, kannst du ihn auch beim Training der Leinenfühngheit einsetzen.
Lasse dazu deinen Arm locker herunterhängen. Dein Hemd stupst mit seiner Nase gegen deine Hand. Ihr geht ein paar Schritte und die wiederholst die Übung. Der Vorteil: Ziehen in dieser Position ist unmöglich.

Angst und Unsicherheit

Ist dein Hund ängstlich oder unsicher und mit der einen oder anderen Situation schon mal überfordert, kannst du ihn mit dem Hand-Target ein wenig Sicherheit geben. Natürlich kann man damit Angst nicht wegzaubern, und es muss an der Ursache gearbeitet werden. Es hilft einem unsicheren Hund jedoch enorm, ein Verhalten gelernt zu haben, das er abrufen kann, wenn er nicht weiter weiß.

Aufbau von Tricks

Den Hand-Target kannst du auch als Hilfe zum Erlernen neuer Tricks nutzen. Das möchte ich dir am Beispiel folgender Übung ver­deutlichen:

Dein Hund soll lernen, dich zu umrunden. Anstatt ihn nur mit Leckerlis zu locken, lässt du ihn an deine Hand stupsen. Die Hand bewegst du immer ein kleines Stück weiter. ist dein Hund hinter deinem Rücken, wechselst du die Hand. Auf diese Weise kannst du deinen Hund auch um Gegenstände herum oder daran vorbei schicken.

Schlusswort

Der Hand-Target ist schnell aufgebaut. Nahezu jeder Hund lernt in in kurzer Zeit.
Du kannst ihn vielseitig einsetzen, wie ich dir an einigen Beispielen erklärt habe. Was mir daran besonders gut gefällt ist, dass ich damit eine gute Möglichkeit habe, meinen Hund von unerwünschtem Verhalten abzubringen und dass sie einem unsicheren Hund ein wenig Selbstvertrauen gibt. Bobby liebt diese Übung. Er ist regelrecht aufgeblüht, als wir damit angefangen haben.

Hast du den Hand-Target trainiert? In welchen Bereichen setzt du ihn bei deinem Hund ein? Verrage es mir gern in einem Kommentar.


Dies ist der letzte Blogartikel im Jahr 2018. Ich wünsche dir, deiner Familie und deinem Hund bzw. deinen Hunden ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. 🙂

 

 

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