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Dein Hund ist krank – So erkennst du es frühzeitig

Genau wie wir Menschen können sich unsere Hunde im Lauf ihres Lebens die eine oder andere Erkrankung zuziehen. Doch es ist für uns Hundehalter nicht immer leicht, dies zu erkennen. Während der Mensch sagen kann, wo es weh tut, merkt man Hunden vielfach zunächst nichts an.

Ein kranker Hund versucht seinen Zustand möglichst lange zu verbergen, leidet still vor sich hin und verkriecht sich. Dieses Verhalten stammt von seinen wildlebenden Vorfahren. Das Zeigen von Krankheit oder Schwäche würde in freier Natur das Überleben des Hundes ernsthaft gefährden.

Umso wichtiger ist es für uns Hundehalter, aufmerksam zu sein und unseren Hund genau zu beobachten.

Das Verhalten

Dass mit dem Hund irgendetwas nicht stimmt, erkennen wir meist zuerst am Verhalten. Ein sonst aktiver und interessierter Hund liegt nur noch herum und nimmt seine Umgebung kaum wahr. Der Hund frisst mit wenig Appetit oder stellt die Nahrungsaufnahme schließlich ganz ein. Er zeigt plötzlich aggressives Verhalten. Die umgekehrte Variante ist ebenfalls möglich. Ein sonst eher ruhiger und gemütlicher Hund läuft plötzlich den ganzen Tag ruhelos umher und findet keinen Schlaf.

Dies sind nur einige Beispiele. Als Faustregel gilt jedoch, dass man bei jeder Abweichung vom normalen Verhalten genauer hinschauen sollte.

Hund, KrankGesicht Haut und Fell

Das Gesicht eines Hundes sagt viel über dessen Gesundheitszustand aus. Das ist ähnlich wie beim Menschen. Sicher hast du an manchen Tagen auch schon zu hören bekommen, dass du blass oder krank aussiehst.

Die Augen eines gesunden Hundes sind klar, glänzend und geöffnet. Rötungen, Schwellungen oder Ausfluss deuten auf Augenerkrankungen hin.

Die Nase sollte kühl und leicht feucht sein. Besteht weißer oder gelblicher Ausfluss oder ist die Nase trocken und der Hund niest ständig, hat er sich sehr wahrscheinlich einen Schnupfen eingefangen.

Die Mundschleimhaut eines gesunden Hundes ist rosa. Blasse Schleimhäute bedeuten Blutarmut. Eine Gelbfärbung der Schleimhäute kann ein Hinweis auf eine Lebererkrankung sein. Bei zu geringer Sauerstoffzufuhr sind die Schleimhäute bläulich.

Die Ohren sind innen hellrosa, glatt, sauber und geruchsfrei.
Rötungen und Verkrustungen deuten auf einen Ohrenentzündung hin.

Das Fell fühlt sich weich an, ist dicht und glänzt. Ist das Fell jedoch Stumpf, struppig, fettig oder fällt über das normale Maß hin aus, steckt sehr wahrscheinlich eine Krankheit dahinter. Auch Futterallergien oder Fehler in der Ernährung können zu Fellveränderungen führen.

Die Verdauung

Es kommt schon hin und wieder mal vor, dass ein Hund erbricht. Die Gründe können banal sein. So kann er sein Futter zu schnell geschlungen haben oder draußen etwas erwischt haben, was er nicht verträgt.
Tritt Erbrechen jedoch häufiger auf oder kann der Hund keine Nahrung mehr bei sich behalten, sollte er einem Tierarzt vorgestellt werden.

Ebenso verhält es sich mit Durchfall. Die Bandbreite reicht hier von ganz harmlosen etwas-Falsches- gegessen bis zu einer gefährlichen organischen Erkrankung. Hält Durchfall länger an oder verschlimmert sich, ist ebenfalls der Tierarzt aufzusuchen.

Der Bewegungsapparat

Ist der Hund gesund, sind alle Bewegungsabläufe flüssig. Jede Abweichung davon sollte genauer beobachtet werden. Zieht der Hund ein Körperteil nach oder streckt dies von sich? Hat er Probleme beim hinsetzen hinlegen oder aufstehen? Schreit er vielleicht sogar bei bestimmten Bewegungen?

Wann zum Tierarzt?

Es ist nicht nötig, schon bei den kleinsten Symptomen einen Tierarzt aufzusuchen. Wir selbst gehen ja auch nicht wegen jedem Schnupfen zum Arzt. Wenn der Hund z.B. einmal erbricht oder der Kot mal etwas weicher ist, ist dies zunächst noch kein Grund zur Besorgnis.

Kritisch wird es allerdings- und das gilt für alle Krankheitssymptome – wenn nach ein bis zwei Tagen keine Besserung eintritt oder die Symptome sich verschlimmern.

Bei Notfällen, dazu zählen u.a. offene Wunden, Knochenbrüche, Blutarmut oder Schmerzen, muss der Hund natürlich so schnell wie möglich einem Tierarzt vorgestellt werden.

Der kleine Gesundheitcheck

Führe bei deinem Hund regelmäßig Kontrollen durch. Dokumentiere am besten alle Merkmale und Werte im gesunden Zustand. So fällt es dir noch leichter, Krankheiten deines Hundes frühzeitig auszumachen.

Zusammenfassung – Daran erkennst du einen gesunden Hund

  • Verhalten – normal aktiv, interessiert, wie es dem Charakter des jeweiligen Hundes entspricht.
  • Augen – klar, geöffnet, keine Rötungen, Schwellungen oder Tränenfluss.
  • Nase – kühl, leicht feucht, ohne Ausfluss.
  • Schleimhäute – rosa
  • Ohren – hellrosa, von innen glatt, geruchsfrei und ohne Verkrustungen oder Rötungen.
  • Fell – weich, dicht, glänzend.
  • Haut – elastisch, glatt, keine Rötungen oder Schwellungen.
  • Verdauung – gesunder Appetit, kein Erbrechen oder Durchfall, keine Verstopfung.
  • Körpertemperatur – 37,5 bis 39 Grad, ab 39,5 Grad Fieber.
  • Pulsschläge – gleichmäßig, 60 bis 170 Schläge in der Minute. Der untere Wert steht für große, der obere Wert für kleine Rassen.
  • Atmung – Im Ruhezustand gleichmäßig 10 bis 30 Atemzüge in der Minute.

Schlusswort

Wenn dem geliebten Vierbeiner etwas fehlt, sind wir nicht selten erst einmal in großer Sorge. Wir alle wissen: hinter jedem Symptom kann auch eine ernsthafte Erkrankung stecken. Frühzeitig erkannt lassen sich viele Krankheiten heutzutage jedoch behandeln und vollständig heilen.

Vor vier Jahren erkrankte meine Hündin Rica an einer Blutarmut. Sie hat diese lebensbedrohliche Krankheit überstanden und wurde wieder vollkommen gesund. Das haben wir sicher auch der Tatsache zu verdanken, dass wir damals sehr schnell gehandelt haben.

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