16

So macht Gassi gehen (wieder) Spaß

Immer wieder begegnen mir Menschen, die den Eindruck erwecken, als wäre der Spaziergang mit dem Hund nur eine lästige Pflicht. Neulich traf ich eine Frau, ihr Hund trottete lustlos neben ihr her. Sie selbst zog ein Gesicht, als würde in den nächsten Minuten die Welt untergehen. Ich lächelte sie an, sagte “Hallo”. Ein gequälter Gruß kam zurück, immerhin…

Szenenwechsel: Mensch tritt mit seinem Hund aus dem Haus. Kaum hat das Gespann das Grundstück verlassen, ist beim Zweibeiner auch schon das Handy am Ohr. Gleiches fällt mir auch bei vielen Müttern mit Kinderwagen auf. Frei nach dem Motto: Wenn ich schon raus muss, kann ich wenigstens telefonieren, dann ist es nicht so langweilig…

Für mich ist das nur schwer nachzuvollziehen. Es ist doch so toll, sein Leben mit einem Hund zu teilen! Selbstverständlich fühlen wir uns nicht immer gleich. Wer kennt sie nicht, diese Tage, an denen sich scheinbar die ganze Welt gegen einen verschworen hat und an denen einfach alles schief läuft? Doch spätestens, wenn ich an so einem Tag nach Hause komme und meine Hunde mir entgegen laufen, ist die Stimmung sofort ein wenig besser. Wenn ich dann einige Zeit später zur Gassirunde aufbreche, heißt es für mich: Feierabend – jetzt kann ich entspannen.

Meine Tipps für mehr Spaß beim Gassi gehen

  • Gehe nicht immer die gleiche Runde oder starte deinen Weg doch mal in die umgekehrte Richtung. Erweitere die gewohnte Strecke oder Kürze sie ab, je nach Lust und Laune.
  • Baue Trainingseinheiten in den Spaziergang mit ein. Wiederhole grundlegende Übungen oder bringe deinem. Hund etwas Neues bei.
  • Wenn man nur stumm geradeaus geht, kommt schnell Langeweile auf. Biete deinem Hund zwischendurch immer wieder Beschäftigung an. Sei dabei kreativ und schau hin, was die Natur für dich bereit hält. Als Beispiele seien hier Baumstämme, Findlinge, Bänke oder Laub (im Herbst) genannt.
  • In deiner Nachbarschaft gibt es Hunde, mit denen sich dein Hund gut versteht? Dann verabrede dich doch mit dessen Frauchen oder Herrchen zu einer Spontanen Gassi-Runde.

Ausgehen mit Rica und Bobby

Bei uns hat es sich im Lauf der Zeit ergeben, dass wir den Hunden ankündigen, wenn es Zeit zum Gassigehen ist. Sagt mein Mann oder ich das Wort „ausgehen“, hüpfen zwei Vierbeiner aufgeregt Richtung Haustür. Die Vorfreude bei den beiden ist groß, denn sie wissen, dass gleich wieder Spaß haben angesagt ist.

Ich gebe zu, wir haben hier außerordentlich gute Bedingungen, und das weiß ich auch sehr zu schätzen. Das Wohngebiet, in dem wir leben, befindet sich am Stadtrand. Unsere Straße grenzt direkt an einen kleinen Park. Dorthin führt uns zunächst unser Weg. Nach ca. 50 m kommen wir zu einer Wiese. Hier verweilen wir erst einmal und machen unterschiedliche Sachen, je nach Lust und Laune. Das kann z. B. eine Auffrischung des “Hunde-Einmaleins” oder ein Suchspiel sein. Auf “unserer” Wiese bleiben wir oftmals bis zu 30 Minuten.

bobbywieseWir verlassen den Park, müssen eine Straße überqueren. Auf der anderen Seite steht wieder ein “Sportgerät” für uns bereit. Es handelt sich um zwei Findlinge, der eine recht groß, der andere etwas kleiner. Rica liebt es auf diese Steine zu springen und auch Bobby, der anfangs noch Angst vor den grauen Ungetümen hatte, macht inzwischen einen gekonnten Sprung nach oben.

ricasteinWeiter geht es zur nächsten “Station”. Dort befinden sich zwei Bänke. Für einen Hund von kleiner bis mittlerer Größe eine gute Möglichkeit, darunter hindurch zu krabbeln…

Wir setzen unseren Weg fort durch einige ruhige Straßen unseres Wohngebietes. Hier gibt es zunächst ein bisschen Abwechslung für Frauchen, denn wer schaut nicht gern mal in andere Vorgärten? 🙂

Wir erreichen die nächste kleine Grünanlage. Dort liegen einige Baumstämme herum. Zeit für meine Hunde, um darauf zu balancieren. Daran haben sowohl Rica als auch Bobby großen Spaß. Wenn die beiden genug vom Balancieren haben, treten wir den Rückweg an. Von hier aus ist es auch noch ein gutes Stück bis zu uns nach Hause, auf dem wir einfach nur die Natur genießen. Zuhause angekommen sind wir dann alle glücklich und zufrieden. Von den Hunden bekommen wir die nächsten Stunden nicht all zu viel mit, denn die sind müde. Sie schlafen tief und fest.

Für unsere Spaziergänge lautet die Devise Alles kann, aber nichts muss. Wenn ein Hund gerade keine Lust hat, auf einen Stein zu springen muss er das auch nicht, oder wir machen eben etwas anderes. Ich bin ein absoluter Gegner von Druck und Zwang! Wenn ich an bestimmten Punkten Druck aufbauen würde, hätte niemand etwas davon, weder die Hunde noch wir Menschen. Die Beschäftigung mit dem Hund soll doch in erster Linie Spaß machen, und zwar für Mensch und Hund!

Natürlich fällt nicht jede Gassirunde bei uns so ausführlich aus. Manchmal ist einfach weniger Zeit vorhanden als an anderen Tagen. Auch wenn es wie aus Eimern schüttet, kürzen wir die Runde meistens ab, denn bei Regen sind auch meine Hunde nicht so gerne draußen.

Schlusswort

Die Spaziergänge mit meinen Hunden sind für mich eine echte Bereicherung. Aus meiner Sicht überwiegen die Vorteile gegenüber den Nachteilen. Für mich bedeuten unsere Runden immer eine Auszeit vom Alltag. Die Zeit, die ich draußen verbringe, gehört nur mir und meinen Hunden. Das Handy bleibt dann übrigens zuhause, es sei denn, ich möchte unterwegs Fotos machen.

Während des Spaziergangs kommuniziere ich mit meinen Hunden und bringe ihnen etwas bei. Das stärkt die Beziehung zwischen Hund und Hundehalter.

Falls du zu den Hundehaltern gehörst, bei denen sich die Routine in den Gassirunden breit gemacht hat, hoffe ich, dir mit diesem Artikel neue Denkanstöße gegeben zu haben. Hast du Fragen, Anregungen oder Kritik? Was macht ihr so auf euren Gassirunden? Verrate es mir gern in einem Kommentar.

Merken

Nachfolgend kannst du einen Kommentar hinterlassen 16 Kommentare