Warum klappt mein Training nicht? Stolpersteine und wie du sie umgehtst

Die Zeit um den Jahreswechsel herum wird von vielen Menschen zum Anlass genommen, sich Ziele für die folgenden zwölf Monate zu setzen. Oft wird in diese Planung auch das Hundetraining einbezogen. Einen neuen Trick einüben, endlich mit einer Hundesportart beginnen oder an Alltagsbaustellen arbeiten. Man startet voll motiviert mit der Umsetzung. Doch scheinbar hält der Vierbeiner so gar nichts von dem, was Herrchen oder Frauchen mit ihm vorhat. Er tut alles, nur nicht das, was er soll oder scheint nichts zu verstehen.

Warum klappt mein Training nicht? Das fragen sich viele Hundehalter. „Ich mache doch alles so, wie ich es in der Hundeschule gelernt oder wie ich es in meinem neuen Hunderatgeber gelesen habe…“

Wenn es mit dem Training nicht so läuft, wie sich der Mensch das vorstellt, kann es unterschiedliche Gründe geben. In diesem Artikel beschreibe ich einige davon.

Zu hohe Erwartungen

Perfektionismus hat in unserer Gesellschaft meiner Meinung nach einen viel zu hohen Stellenwert. Der Mensch will perfekt sein, will alles zu 100 Prozent korrekt machen. Diese hohe Erwartung hat er auch an seinen Hund. Die Übungen müssen in jeder Situation vom Hund ausgeführt werden können. Natürlich soll er das neue Verhalten möglichst in kürzester Zeit lernen. Andere Hunde können das schließlich auch!

Merkst du etwas? – In mir jedenfalls baut sich schon beim Durchlesen dieser Zeilen sehr viel Druck auf. Genau dieser Druck ist im Umgang mit dem Hund fehl am Platz. Der Satz „Das muss jetzt aber, und zwar schnell“, bietet keine gute Basis fürs Lernen. Der Hund spürt die angespannte Atmosphäre und ist ebenfalls blockiert. Du erreichst also genau das Gegenteil von dem, was du willst.

Mein Tipp: Gehe mit Ruhe, Geduld und möglichst ohne hohe Erwartungen ins Training. Die Freude ist umso größer, wenn ihr nach den ersten Übungseinheiten kleine Erfolge erzielt habt. Klappt die Übung jedoch noch nicht so gut, ist das kein Grund für schlechte Stimmung. Halte es mit dem alten Sprichwort:

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Lass dich auf keinen Fall von den Erzählungen anderer Hundehalter, deren Vierbeiner angeblich schon nach wenigen Wochen perfekt erzogen waren, verunsichern. Auch unter Hunden gibt es solche, die sehr schnell lernen und diejenigen, die etwas länger brauchen.

Hundetraining Die Körpersprache des Menschen

Hunde kommunizieren untereinander fast ausschließlich über Körpersprache. Da liegt es auf der Hand, dass sie auch die Körpersprache der Menschen lesen.

Der Klassiker: Wir neigen dazu, uns nach vorn zu beugen, wenn wir uns mit unseren Hunden beschäftigen. Vor allem Halter von kleinen Hunden können davon ein Lied singen. Hunde empfinden es jedoch als unangenehm, wenn der Mensch sich über sie beugt. Viele Vierbeiner beschwichtigen dann, tun gar nichts mehr oder versuchen sogar, aus der Situation herauszukommen. Lernen kann unter solchen Umständen nicht stattfinden.

Ebenso kommt es vor, dass wir zu schnell oder frontal auf unsere Hunde zulaufen, hektische Bewegungen in ihre Richtung machen oder ihnen durch unsere Körpersprache Raum wegnehmen.

Mein Tipp: Achte beim Training mit deinem Hund ganz bewusst auf deine eigene Körpersprache. In diesem Blogartikel beschäftige ich mich mit dem Thema ausführlich.

Zu viel Ablenkung

Du beginnst eine neue Übung und hast dir dazu eine ruhige Wiese ausgesucht. Doch dein Hund ist kaum ansprechbar. Seine Nase klebt am Boden.

Andere Situation: Du beginnst mit dem Training in deiner Wohnung, dein Hund schaut jedoch woanders hin, anstatt sich auf dich zu konzentrieren. Der Grund: Die Dose mit dem Trockenfutter steht für ihn gut sichtbar auf der Anrichte.

Mein Tipp: Schaffe eine möglichst reizarme Trainingssituation, wenn der Hund etwas Neues lernt. Die ersten Trainingseinheiten sollten in der Wohnung stattfinden. Räume möglichst alles beiseite, was den Hund ablenken könnte. Trage deinen Futterbeutel am besten auf dem Rücken. Erst wenn der Hund verstanden hat worum es geht, kannst du die Ablenkung langsam steigern.

Zu wenig Pausen im Training

Am Anfang führt dein Hund die Übungen noch mit Begeisterung aus. Doch Je länger ihr trainiert, desto mehr Fehler schleichen sich ein. Schließlich legt dein Hund sich einfach hin und tut nichts mehr.

Mein Tipp: Halte deine Trainingsein­heiten kurz. Mache lieber öfter Pause als zu wenig, denn dein Hund muss die Möglichkeit haben, das Gelernte zu verarbeiten. In den Pausen darf dein Hund machen, was er möchte.

Die Übung ist für den Hund zu schwierig

Hunde sind Individuen und nicht jedes Training passt für jeden Hund. Das habe ich selbst erfahren, als ich Rica Pfötchen geben beibrin­gen wollte. Die gängige Methode, die fast überall zu lesen ist, hat bei uns nicht funktioniert. Genauso kann es deinem Hund ergehen.

Manchmal braucht es andere Wege, damit der Hund ein Verhalten lernen kann. Beispiel: Target beim Pfötchen geben.

Mein Tipp: Wenn ein Trainingsweg nicht zum Erfolg führt, wähle einen anderen. Zerlege ggf. eine Übung in mehrere Teilziele und erwarte nicht zu viel. Das Tempo bestimmt der Hund.

Dein Hund ist nicht gesund

Auch gesundheitliche Probleme können dazu führen, dass dein Hund nicht lernen kann. Möchte er sich z. B. nicht in eine bestimmte Position bringen lassen, solltest du in Betracht ziehen, dass er Schmerzen haben könnte. Liegen die Probleme im Bereich der Konzentration, können auch hierfür gesundheitliche Störungen die Ursache sein. Frage am besten einen Tierarzt um Rat, wenn du einen derartigen Verdacht hast.

Schlusswort

Wie du nun erfahren hast, gibt es im Hundetraining einige Stolpersteine und die Ursachen, warum die eine oder andere Übung nicht klappt, können sehr unterschiedlich sein. Es gibt sicher noch mehr Gründe als die, die ich hier aufgeführt habe.

Hast du auch schon einmal das Gefühl gehabt, bei einer bestimmten Übung überhaupt nicht voran zu kommen? Wie hast deine Schwierig­keiten gelöst? Vaerrate es mir gern in einem Kommentar.

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