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5 Tipps, die dir das Training mit deinem Hund erleichtern

Hundetraining ist ein Thema, dem mein besonderes Interesse gilt. Seit knapp acht Jahren beschäftige ich mich sehr intensiv damit und habe in dieser Zeit viele Erfahrungen sammeln können.

Doch Hundetraining ist auch ein Thema, bei dem man das Gefühl haben könnte, man lernt nie aus. Es gibt nicht DEN einen Weg oder DIE eine Methode, seinem Hund etwas beizubringen. So hat jedes Mensch-Hund-Team unterschiedliche Prioritäten und Ansätze.

Mara von Hundesport Nubi hat eine Blogparade initiiert, bei der wir Blogger unsere Trainingstipps zum Besten geben dürfen. Zu diesem sehr spannenden Thema habe ich dir in meinem heutigen Artikel fünf Empfehlungen aufgeschrieben, die mich selbst im Training mit meinen Hunden um einiges weiter gebracht haben.

Hundetraining1. Ruhe und Geduld

Diese Lektion war eine der ersten, die ich durch schmerzhafte Erfahrung lernen musste. Ruhe und Geduld gehörten nicht zu meinen Stärken – bis ich einen Hund hatte. Wenn ich anfing, mit Rica zu üben, hatte ich immer nur diesen einen Satz im Kopf: „Das muss jetzt aber endlich mal klappen.“ Doch genau das Gegenteil war der Fall, nichts funktionierte und ich war der Meinung, ich hätte einen dummen Hund.

Längst weiß ich, dass bei unseren Hunden Stimmungsübertragung eine große Rolle spielt. Unsere Vierbeiner spüren genau, in welcher Verfassung wir sind. Diese überträgt sich auf ihr Verhalten.
Hektik und Unruhe sind schlechte Ratgeber, wenn es ums Lernen geht. Ist der Mensch jedoch entspannt, dann ist es auch der Hund. Wenn du dein Training mit Gelassenheit angehst, wirst du merken, dass es gleich viel besser klappt.

2. Erst das Verhalten lernen, dann das Signal einführen

Folgenden Fehler habe ich in meiner Anfangszeit als Hundehalterin gemacht. Nun beobachte ich ihn ab und zu auch bei anderen.
Dem Hund wird ein Signal gegeben. Doch vorher hat der Mensch ihm nicht beigebracht, was er von seinem Hund erwartet, wenn er dieses Wort verwendet. Immer wieder gern passiert das beim Wort „Nein“. Für uns ist klar, was „Nein“ bedeutet. Doch woher soll es der Hund wissen, wenn es nicht mit ihm geübt wurde?

Wenn der Hund auf ein bestimmtes Signal hin ein Verhalten zuverlässig zeigen soll, muss er dieses erst erlernen. Es macht meiner Meinung nach keinen Sinn, das Signal bereits einzuführen, wenn das Verhalten noch nicht zuverlässig gezeigt wird. So kann es durchaus passieren, dass der Vierbeiner auf das Signal hin etwas anderes oder gar nichts tut.

Mein Tipp: Halte dich beim Übungsaufbau an diese Reihenfolge:

Verhalten hervorrufen. Es gibt einige Möglichkeiten, wie du bei deinem Hund Verhalten auslösen kannst. Mit diesem Thema habe ich mich bereits vor einigen Monaten in einem Blogartikel ausführlich beschäftigt.
Verhalten lernen und festigen. Dazu gehört das Wiederholen sowie das Üben an verschiedenen Orten und unter Ablenkung.
Signal einführen. Damit kannst du beginnen, wenn dein Hund das gewünschte Verhalten zuverlässig zeigt. Gib ihm das Hör- oder Sichtzeichen kurz bevor er die Übung ausführt.

3. Schweigen ist Gold

Während ich ein neues Verhalten mit meinen Hunden einübe, spreche ich nicht mit ihnen. Aus meinem Mund kommt allenfalls ein Lob oder das Markerwort, wenn ich gerade keinen Clicker zur Hand habe.

Warum mache ich das? Das Lernen einer neuen Übung erfordert sehr viel Konzentration vom Hund. Wenn der Zweibeiner jetzt auch noch permanent plappern würde, fällt es dem Hund schwer, sich aufs Lernen zu konzentrieren und das neue Verhalten zu festigen.

Stell dir vor, du musst einen Text über ein Thema lesen, mit dem du dich noch nie beschäftigt hast. Dauernd kommt jemand zu dir und spricht dich an. Wie viel hast du wirklich verstanden von dem, was du gelesen hast?

4. Achte auf deine Körpersprache

Wenn wir mit unserem Hund trainieren, sind wir meist ganz auf den Vierbeiner konzentriert, damit wir den richtigen Zeitpunkt für die Belohnung nicht verpassen. Doch es ist ratsam, dass wir beim Verhaltensaufbau auch auf uns selbst und unsere Körperhaltung achten.

Hunde lernen kontextbezogen. Das heißt, sie speichern nicht nur das, was wir gezielt mit ihnen üben, sondern verknüpfen auch Umgebungsreize mit der Übungssituation. Sie sind außerdem wahre Meister im Lesen unserer Körpersprache. Selbstverständlich kann ich zu diesem Phänomen auch wieder ein Beispiel aus meinem Alltag zum Besten geben.

Unser Hund Bobby konnte nichts, als er zu uns kam. Ich trainierte mit ihm das „Sitz“. Doch ich war bei meinem Übungsaufbau etwas nachlässig, und so passierte folgendes: Ich gab Bobby das Signal „Sitz“, doch er schaute mich nur mit großen Augen an. Um herauszufinden, woran das nun lag, bewegte ich meine Hand in Richtung Futterbeutel, und siehe da: Mein Hund setzte sich. Er hatte also nicht das Wortsignal mit dem Hinsetzen verknüpft, sondern meinen Griff zum Futterbeutel. Ebenso kann es passieren, dass der Hund eine bestimmte Haltung der Arme oder Beine mit einem Verhalten verknüpft.

5. Mach mal Pause

Während ich mit meinen Hunden trainiere, lasse ich immer wieder Pausen einfließen. Dass das Lernen eines neuen Verhaltens hohe Konzentration für den Hund bedeutet, erwähnte ich bereits. Deshalb sind kleine Pausen zwischendurch sehr wichtig. Auch Hunde müssen die Gelegenheit bekommen, das Gelernte zu verarbeiten.

Ich halte die Trainingseinheiten mit meinen Hunden immer kurz. Nach wenigen Minuten machen wir eine kleine Pause, in der die Hunde machen dürfen, was sie wollen. Dann geht es weiter, wieder nur für wenige Minuten. Damit die Hunde wissen, wenn trainiert wird und wann Pause ist, habe ich die Signale „Arbeit“ und „Pause“ eingeführt.

Schlusswort

Hundetraining macht Spaß. Natürlich sind wir um so motivierter, wenn wir Erfolg damit haben und bei unseren Hunden etwas bewirken können. Ich hoffe, dass dir meine Tipps dazu verhelfen, Spaß und Erfolg im Hundetraining zu haben.

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