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Wir sind dann mal weg – Hunde allein zuhaus

In der miDoggy Community gibt es jeden Monat eine Blogparade zu unterschiedlichen Themen. Im Mai beschäftigen sich die teilnehmenden Blogger mit der Frage „Hund allein daheim, wie klappt’s?“ Da ich dieses Thema sehr interessant und auch wichtig finde, gebe ich hier gern meinen Senf dazu.

In diesem Artikel erfährst du, warum ich es für so wichtig halte, dass ein Hund lernt, auch mal eine Zeit lang allein zuhause zu bleiben und wie Rica und Bobby mit unserer Abwesenheit klarkommen.

Hund allein zuhausMorgens halb zehn in Deutschland….

Ich sitze in meinem Büro und verrichte meinen Job. Plötzlich durchdringt lautes anhaltendes Bellen die arbeitsame Stille. Ich sehe aus dem Fenster. Wieder einmal wurde ein Hund vor unserem Gebäude angebunden, während Herrchen oder Frauchen in dessen Inneren verschwand.

Tagein tagaus das gleiche. Ich weiß nicht, wie viele Hunde innerhalb eines Arbeitstages an besagter Stelle sich selbst überlassen werden. Mir tut dies jedes Mal in der Seele weh, wenn diese Hunde sich beinahe die Kehle aus dem Hals bellen und jaulen. Immer wieder gehen mir dieselben Gedanken durch den Kopf: „Muss das wirklich sein? Hat dieser Hund nicht gelernt, allein zu bleiben? Zuhause ist es doch wesentlich entspannter für ihn…“

Ein Hund sollte allein bleiben können

Das ist meine ehrliche Meinung, und ich zähle nun einige Argumente dafür auf.
Nicht an allen Orten sind Hunde erlaubt. Nun kannst du argumentieren, dass du dann eben diese Orte nicht aufsuchst. Aber das lässt sich nicht immer einrichten. Jeder muss mal zum Arzt, in den Supermarkt, zur Behörde und manchmal auch jemanden im Krankenhaus besuchen. Es gibt im Leben immer mal Situationen die nicht planbar sind, die plötzlich eintreten, in der keine Zeit mehr ist, kurzfristig eine Betreuung zu organisieren. Was ist dann mit dem Hund?

Wenn dein Hund nicht mal allein bleiben kann, bist du in deiner Freizeitgestaltung erheblich eingeschränkt. Mal abends mit Freunden weggehen, ins Kino gehen, ein Theaterstück oder Konzert besuchen. All diese Dinge gestalten sich dann etwas schwierig. Gerade an Wochenenden ist nicht unbedingt immer eine Betreuungsmöglichkeit gegeben. Auch ist es nicht selbstverständlich, den Hund zu jedem Besuch von Freunden oder Verwandten mitzunehmen. Dafür kann es unterschiedliche Gründe geben. Wenn wir z. B. meine Mutter besuchen, bleiben Rica und Bobby zuhause. Meine Mutter liebt die beiden Hunde, doch sie hat einen Kater, der sich mit Hunden überhaupt nicht verträgt. Würden wir die Hunde zu ihr mitbringen, wäre das nur Stress für alle Beteiligten.

„Sturmfrei“ für Rica und Bobby

Wir haben sehr rechtzeitig damit angefangen, unsere Hunde an unsere Abwesenheit zu gewöhnen. Als Bobby 2015 zu uns kam, haben wir von neuem mit dem Üben begonnen, weil sich durch den zweiten Hund auch für Rica eine völlig neue Situation ergeben hat.

rica schläftMit Rica und Bobby haben wir zwei Hunde, die von Anfang an wenig bis gar keine Probleme mit dem Alleinsein hatten. Wir haben in kleinen Schritten geübt und zunächst schon mal darauf geachtet, dass die Hunde uns nicht ständig hinterher laufen. Wir sind dann mal in einen anderen Raum und schließlich in die obere Etage unseres Hauses gegangen, während die Hunde unten waren. Als es im Haus gut klappte, haben wir die ersten Versuche, nur mit wenigen Minuten Abwesenheit gemacht und diese dann immer weiter ausgedehnt. Zur Kontrolle haben wir in dieser Zeit eine Videokamera aufgestellt, um zu sehen, wie sich die Hunde bei unserer Abwesenheit verhalten.

Wir können Rica und Bobby durchaus mal 6 bis 7 Stunden allein zuhause lassen. Das ist natürlich nicht die Regel, aber diese Zeitspanne ist ausreichend für Freizeitaktivitäten wie Theaterbesuche, Verabredungen oder Livemusik-Veranstaltungen. Wenn wir einkaufen gehen, müssen unsere Hunde nicht angebunden vor dem Supermarkt verharren. Das wäre mir auch, nicht zuletzt wegen der sich häufenden Meldungen über gestohlene Hunde, viel zu gefährlich!

Wenn Herrchen und Frauchen dann wieder nachhause kommen, ist die Freude auf beiden Seiten jedes Mal groß. So schwer es manchmal auch fällt: Wir verzichten auf großartige Verabschiedungs- und Begrüßungsrituale. Wir verlassen ruhig das Haus und kommen ruhig nachhause zurück. Es ist nichts aufregendes und außergewöhnliches, wenn die Zweibeiner mal nicht da sind. Wenn wir unsere Jacken und Schuhe ausgezogen und uns hingesetzt haben, wird sich um die Hunde gekümmert, nicht aber im Moment des Zurückkommens.

Es kommt durchaus vor, dass die Hunde es nicht mitkriegen, wenn wir das Grundstück betreten. Erst wenn einer von uns die Haustür aufschließt, laufen uns zwei verschlafen aussehende Hunde entgegen. Ich denke, dass die Hunde die meiste Zeit unserer Abwesenheit mit Schlafen verbringen, und das ist gut so.

Schlusswort

Ich fasse noch einmal das Wichtigste zusammen:

  • Die Gewöhnung an das Alleinsein sollte in kleinen Schritten erfolgen. Je früher du damit beginnst, desto besser.
  • Eine große Hilfe ist es, am Anfang das Verhalten des Hundes mit einer Kamera aufzuzeichnen. Zeigt der Hund starke Stressanzeichen wie andauerndes Bellen oder aufgeregtes Laufen zur Tür, empfehle ich dir im Training einen oder mehrere Schritte zurück zu gehen.
  • Verzichte auf Verabschiedungs- und Begrüßungsrituale. Verlasse das Haus ohne viel Aufsehen, und komm ganz entspannt zurück.

Wie kommt dein Hund mit dem Alleinsein klar? Wie lange kannst du ihn allein lassen? Ist noch alles heil, wenn du wieder zurückkommst? Verrate es mir gern in einem Kommentar.

 

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